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Theben

Altägyptische Wandmalerei – Projektleitung

Das Felsengrab befindet sich in Theben, nahe dem Hatschepsut-Tempel. Die Grabanlage TT 49 ist Ruhestätte Neferhoteps „Schön ist die Gnade“, oberster Schreiber des Schöpfergottes Amun am Tempel von Karnak. Er verstarb um 1325 v.Chr.

Das Grab mit seinem großen Vorhof wurde direkt in den Felshang gearbeitet. Das Vestibül sowie der große Vierpfeilersaal sind annähernd komplett mit Wandmalereien und Reliefs verziert. Lebensgroße, gefasste Skulpturen der Grabinhaber dekorieren die Stirnseite.

Leider befindet sich die Grabkammer in einem sehr schlechten Erhaltungszustand: Der brüchige mergelige Kalkstein zeigt strukturell entfestigte Zonen des Steingefüges, Risse durchziehen das Felsgestein und gefährden die architektonische Gesamtstruktur. Die Nutzung des Grabes Anfang des 20. Jh. durch Einheimische als Wohnraum bewirkte einerseits die starke Verschmutzung der Wandmalerei, andererseits den Eintrag schädigender Salze durch Exkremente. Eine teilweise dicke, tiefschwarze Rußschicht überzieht flächig die ehemals farbenprächtigen Darstellungen – weite Teile sind dadurch unlesbar. Auch ist insbesondere im Sockelbereich der Wand der Putz aufgrund mangelnder Haftung von den Wänden gefallen.

Konservatorische Maßnahmen sind demnach dringend erforderlich. Nicht nur die ästhetische Präsentation der Kunstwerke steht im Vordergrund, sondern insbesondere der Schutz der Substanz vor schädigenden Einflüssen. Die unkontrollierte Öffnung einer Grabkammer für den Tourismus stellt mit Sicherheit eine extreme Belastung für die Jahrtausende alten Objekte dar, so dass im Vorfeld besondere Vorgehensweisen festgelegt werden müssen, die eine dauerhafte Konservierung der Grabkammer gewährleisten. (Nähere Informationen: www.neferhotep.de)

Forschungstätigkeit

Forschungsprojekt: „Wiederlesbarmachung alt- ägyptischer Darstellungen zu ihrer Interpretation. Entwicklung neuer Methoden zur Oberflächenreinigung repräsentativ am Beispiel der Grabkammer des Neferhotep TT 49 (Theben, Ägypten)“ (gefördert durch die Gerda Henkel Stiftung)

Die Grabkammer des Neferhotep TT 49 ist mit ihren Darstellungen und Schriften ein wertvolles Zeugnis aus der 18. Dynastie. Ihre Erforschung und vor allem die Entzifferung und Interpretation der Texte und Malereien bedeuten einen wichtigen Beitrag zur ägyptologischen Forschung der kulturhistorisch besonders interessanten Epoche. Zuvor jedoch müssen die Reliefs und Malereien von den auflagernden, die Lesbarkeit stark einschränkenden Russ- und Schmutzschichten befreit werden. Dafür gilt es neue Methoden zur zerstörungsfreien Oberflächenreinigung von Wandmalereien und bearbeiteten Steinoberflächen zu entwickeln. Wichtiger Inhalt des Projektes ist die Evaluierung der Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes von Lasertechnologie für die Entfernung der Rußkrusten von den sensiblen Oberflächen. Hierbei besteht eine enge Kooperation mit dem Fraunhofer Institut für Laser und Strahlentechnik Dresden.

Das gemeinsam mit Frau Dipl. Rest. Birte Graue durchgeführte Forschungsprojekt ist auf zwei Jahre angelegt und wird von der Gerda Henkel Stiftung finanziert. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Anwendung von Lasertechnologie. Nach Vorversuchen an Probekörpern in Deutschland wurde in der ägyptischen Grabkammer an kleinen Testfeldern ein portabler „Rucksacklaser“ der Firma Clean- Lasersysteme (Herzogenrath/Aachen) eingesetzt. Mit dem handlichen Gerät konnten sehr gute Reinigungsergebnisse auf den weißgrundigen Flächen der Wandmalerei sowie in Bereichen roter Konturierung und pastosem Ägyptisch Blau erzielt werden. Die positiven Ergebnisse dieses Forschungsprojektes sollen in Zusammenarbeit mit dem in Theben tätigen Prof. Dr. Daniel Polz (DAI Kairo) und der Ägyptischen Antikenverwaltung auf ihre Übertragbarkeit auf weitere vergleichbare Kunst- und Kulturgüter des Alten Ägyptens untersucht werden.

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